»Sei du selbst die Veränderung,
die du dir wünscht für diese Welt.«

Dalai Lama

EinBlick in das Ehrenamt

Die Hospizarbeit ist ohne das Engagement ehrenamtlicher Mitarbeiter:innen nicht vorstellbar. Ehrenamtliche sind in vielen Bereichen aktiv und spielen eine zentrale Rolle – insbesondere in der Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen sowie der Unterstützung ihrer An- und Zugehörigen. Sie nehmen sich Zeit, hören zu und gehen auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse der Betroffenen ein.

Ich engagiere mich beim Ambulanten Hospizdienst ...

Friedhelm Hillenhoff

Ein Mensch, der unseren Verein besonders geprägt hat
Ein Text von Ilse Böinghoff

Ein älterer Mann mit kurzen grauen Haaren und Brille.

Ich bin sicher, dass Friedhelm Hillienhoff sich nicht wünscht, explizit erwähnt zu werden, geschweige denn, dass ein Artikel über ihn geschrieben wird. Dazu zitiere ich einen Satz von ihm: „Ich sehe Ihren Wunsch, aber leider kann ich Ihren Wunsch nicht erfüllen“. Ich finde, dass es unabdinglich ist, ihn, der unseren Verein so prägend mitgestaltet hat, in dieser 30-jährigen Jubiläumszeitschrift besonders zu erwähnen. Viele der langjährigen Hospizler:innen hätten sich nicht so lange der Hospizarbeit zugehörig gefühlt, wenn sie nicht viel Wertvolles durch Friedhelm Hillienhoff erfahren hätten und von ihm lernen durften. Ich persönlich kann sagen, dass ich aus Gesprächen mit ihm, seinen Hinweisen und Gedanken zu seiner Weltanschauung den „Schatzkrug meines Lebens“ füllen konnte. Seine menschlich zugewandte Art, die vielen von uns bis heute ein großes Vorbild ist, hat mich maßgeblich über viele Jahre der Zusammenarbeit geprägt. Ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass ich durch seinen wertschätzenden Umgang mit Menschen einen großen Zuwachs an eigener Lebensqualität erfahren durfte. „Menschen in ihrem Lebensgefühl besuchen“, ist so ein Satz, den ich von ihm habe und der, wenn er gelebt wird, ermöglicht Menschen aufrichtig und echt zu begegnen.

 

Mein Ehrenamt beim Ambulanten Hospiz- und Palliativ-Beratungsdienst

Von Brigitte Benedikt

Da entsteht ein Bild – ein Rucksack.

Mein Ehrenamts-Rucksack hat einen schönen Platz und wird immer aufs Neue gefüllt:
schöne Momente, freundliche Worte, Dankbarkeit, stille Momente, ein -an-den-Händen-halten-,  herzerfrischende Begegnungen, Lieder, Texte, Lachen, Offenheit, herzergreifende Momente, Ruhe, Ehrfurcht, Geschichten.

 

Meine Begleitungen sind Zeitschenker, zuhören, da sein, eine Hand halten und für mich oftmals eine kleine, ruhige Auszeit in meinem Alltag. Getragen wird mein Ehrenamts-Rucksack durch das beruhigende Wissen, dass es im AHPB immer ein offenes Ohr für meine Fragen, Gedanken, Überlegungen gibt; dass ich dort immer Unterstützung finde, wenn nötig und der wertschätzende Umgang miteinander tut, einfach gut. Darüber hinaus gibt mir der Austausch in den Austauschgruppen immer wieder neue Impulse, einen neuen Blick auf eine Situation. Die interessanten Vertiefungskurse erweitern meinen EA-Horizont und bereichern und unterstützen mein Tun im EA. Das hospizliche Ehrenamt ist eine bereichernde Aufgabe.

Meine Motivation für die Hospizarbeit

Von Silke Düerkop

Seit meiner Jugend hat mich das Thema „Tod“ sehr angesprochen. Wie unterschiedlich z.B. Abschied nehmen, Sterben und Tod in den verschiedenen Kulturen und Weltanschauungen gesehen und im Alltag praktiziert wird.
Einblicke in den 80er Jahren im Umgang mit Sterbenden im Krankenhaus, wo ich die zum Teil menschenunwürdigen Bedingungen erleben musste, ließen den Wunsch in mir wachsen, in diesem Bereich etwas zu verbessern.
Jahre später entschied ich mich dazu, den Grundkurs „Leben begleiten bis zuletzt“ zu absolvieren. Nun begleite ich also ehrenamtlich Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt. So gebe ich ein kleines bisschen meiner Zeit und jedes Mal, wenn ich nach einem Besuch nach Hause gehe, fühle ich mich reich beschenkt. Beschenkt von den intensiven Begegnungen in Offenheit und mit Herzenswärme. Konnte die begleitete Person etwas entspannen oder entsteht vielleicht sogar ein Lächeln in seinem Gesicht, ist es noch das i-Tüpfelchen für mich.

Kinderhospizarbeit – wer macht sowas?

Von Jutta Vösgen

Eine lächelnde Frau mit kurzen, blonden Haaren und Brille. Sie trägt ein weißes Hemd mit rosa Kragen.

Diese Frage höre ich oft.

Für mich ist es nichts Besonderes. Ich finde es richtig gut.

In den Phasen, in denen ich mit Tod und Trauer in der eigenen Familie konfrontiert wurde, gab es sehr wenig Halt von außen und ich musste leider hautnah erfahren, dass alle Themen um den Tod immer noch tabuisiert werden.
Halt gaben mir meine eigenen Kinder: ihre Offenheit, ihre Ehrlichkeit, ihre Fragen übers Sterben und den Tod…
So absolvierte ich 2013 den 1. Kurs, der für Mitarbeitende in der Kinderhospizarbeit angeboten wurde.
Und jetzt in der Kinderhospizarbeit gucke ich in strahlende Kinderaugen, wenn ich einfach nur da bin und Zeit habe. Wir lachen, erzählen, spielen, trösten …ja, manchmal wird auch geweint… auch das halten wir zusammen aus, weil wir uns nah sind und uns vertrauen.
Die Familien sind dankbar und ich bekomme mehr zurück, als ich gebe. Ich bin davon überzeugt, dies ist Hilfe an der richtigen Stelle.
Vielleicht ist es doch etwas Besonderes? Entscheide selbst.

Wie ich zum Hospizverein kam.

Von Jochen Ring

Ein älterer Mann mit Brille lächelt freundlich.

Im November 2007 betreute und begleitete ich eine gute Bekannte, Frau M. in Bad Meinberg. Sie hatte eine schwere Krebserkrankung und galt vom behandelnden Onkologen als „austherapiert“.

Da die Tochter mit ihrer Familie zu der Zeit in Mailand lebte und der Sohn aus gesundheitlichen Gründen ausfiel, konnten beide nicht vor Ort sein. So zog ich in Absprache mit den Kindern und aufgrund langjähriger Verbundenheit mit der Familie in das Haus zu Frau M., um jederzeit da zu sein.

 

Sehr bald schon verschlechterte sich ihr Zustand und ich fühlte, dass sie nicht mehr lange leben würde. Da ich ganz alleine mit ihr war, benötigte auch ich Unterstützung. So wandte ich mich an den Ambulanten Hospizdienst in Detmold und bat um Beratung und Hilfe.

Zeitnah kam die Koordinatorin, Ilse Böinghoff, zu einem Besuch. Nach einer hilfreichen Beratung, nahm ich gern das Angebot einer ehrenamtlichen Unterstützung an. So kam eine freundliche Frau die sich zu Frau M. ans Bett setzte und mich dadurch entlastete. Frau M. starb im November 2007 - 14 Tage nach meinem Einzug bei ihr.

 

Bei ihrem Besuch hatte ich Ilse Böinghoff nach den Voraussetzungen im Hospizverein mitzuarbeiten gefragt, da ich im Ruhestand war und mich für eine solche ehrenamtliche Tätigkeit interessierte.

 

Im Oktober 2008 meldete ich mich für den Grundkurs „Sterbende begleiten“ an und das Schicksal beim Hospizdienst nahm seinen Lauf!

 

Nach Beendigung des Kurses, bin ich umgehend und aus Überzeugung Mitglied des Vereins geworden. Sehr bald wurde ich zu einigen Begleitungen von schwer erkrankten Menschen eingesetzt, was jedes Mal sehr berührend für mich war.

Da ich während meines Berufslebens im kaufmännischen Bereich tätig war und auch im Hospizbüro in diesem Bereich Unterstützung benötig wurde, bot ich meine Hilfe an und fing zu Beginn des Jahres 2010 an dort mitzuarbeiten. Adelheid Nadler – die Büroorganisatorin im Verein – arbeitete mich in viele anfallende Büroarbeiten ein und schon bald war ich „das neue Gesicht“ im Büro und ein „fester Bestandteil“ des Büroteams geworden. Meine Schwerpunktarbeit war es Gaby Monath, der Koordinatorin im Bereich der Kinderhospizarbeit, zuzuarbeiten.

So vergingen 10 wunderbare Jahre, in denen ich die Vielschichtigkeit der Hospizarbeit kennen- und liebenlernen durfte! Es gab interessante Begegnungen, gute Gespräche und viele emotionale Situationen. Nachdem ich von den Kolleginnen mit einer unvergesslichen Feier verabschiedet wurde, ging ich nun im Dezember 2020 in den „zweiten Ruhestand“.   Im Rückblick kann ich sagen, dass mich diese Zeit Demut gelehrt hat und ich eine neue Sichtweise auf das Leben bekommen habe.

Bis heute bin ich noch aktiv ehrenamtlich im Hospizverein tätig und berate zu Patientenverfügungen und Vorsorgevollmachten.

Ein oranges Logo in Form einer Sonnenblume
Ambulanter Hospiz- und Palliativ-
Beratungsdienst Lippe e.V.
Ein orangener Kreis mit weißer SchriftEin roter Kreis mit weißem Text